Über Schlafprobleme, innere Ruhe und die wichtigste Beziehung meines Lebens
- Bettina Dürrenberger
- 10. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Vor mehr als zehn Jahren stellte mir eine Therapeutin eine Frage:
«Wer ist der wichtigste Mensch in Ihrem Leben?»
Mir kamen viele Menschen in den Sinn: meine Familie, mein damaliger Mann, Freunde.
«Ich kann mich nicht entscheiden», antwortete ich.
Sie lächelte und sagte:
«Das ist eine Fangfrage. Der wichtigste Mensch sind Sie selbst.»
Heute erscheint mir diese Antwort selbstverständlich, damals war sie es überhaupt nicht.
Ich konnte mit diesem Gedanken nichts anfangen.
Damals steckte ich nach einer – rückblickend betrachtet – toxischen Beziehung mit einem schwer depressiven Ehemann mitten in einer tiefen Krise.
Ich hatte jahrelang schlecht geschlafen, litt unter Ängsten und mein Selbstwertgefühl lag am Boden. Ich war so sehr damit beschäftigt, den anderen zu retten, dass ich mich selbst völlig verloren hatte.

Wichtige Erkenntnisse
Heute weiß ich:
Niemand kann dauerhaft für einen anderen leben.
Und niemand kann die Beziehung zu sich selbst ersetzen.
In den vergangenen Jahren durfte ich unglaublich viel lernen. Ich habe Kurse besucht, Bücher verschlungen, inspirierende Menschen kennengelernt und mich intensiv mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt. Ich habe eine eidgenössisch anerkannte Coaching-Ausbildung abgeschlossen.
Ich habe gelernt, klarer zu werden – beruflich wie privat. Vor allem aber habe ich begonnen, mich selbst besser kennenzulernen.
Ich habe Autogenes Training entdeckt und verstanden, wie wichtig ein reguliertes Nervensystem ist. Ich meditiere fast täglich und durfte erfahren, wie kraftvoll die Verbindung zwischen Körper, Geist und Emotionen sein kann.
Später kamen die Arbeit mit den inneren Anteilen und die Körperarbeit dazu.
Heute weiß ich:
Ruhe entsteht nicht im Kopf. Sie entsteht im ganzen Menschen - im Nervensystem, das komplexer ist, als wir meinen. Das wir aber mit Achtsamkeit in Ruhe bringen können. Immer und immer wieder.
Herausforderungen des Lebens
Heißt das, dass mein Leben jetzt perfekt ist? Nein, ganz und gar nicht. Ich glaube nicht daran, dass Persönlichkeitsentwicklung Schmerz verhindert. Ich glaube aber daran, dass sie verhindert, dass wir uns selbst verlieren.
Schmerz gehört zum Leben. Trauer gehört zum Leben. Wut gehört zum Leben. Die Frage ist nicht, ob wir Krisen erleben, sondern wie wir ihnen begegnen.
Ich wünsche mir, auch zukünftigen Herausforderungen mit mehr Ruhe als Angst begegnen zu können. Unsere Welt verändert sich ständig. Es wird immer wieder Situationen geben, die wir nicht kontrollieren können. Umso wichtiger ist es für mich geworden, einen Ort in mir zu kennen, an den ich jederzeit zurückkehren kann.
Meine Unterstützung
Was hilft mir dabei?
Regelmäßige Ruheinseln – für mich vor allem mit Autogenem Training.
Die Arbeit mit meinen inneren Anteilen.
Bewegung und Körperwahrnehmung.
Atemarbeit.
Und immer wieder die Entscheidung, meine eigene beste Freundin zu sein.
Nicht perfekt, nicht immer. Aber immer öfter. Heilung ist für mich ein großes Wort. Ich spreche lieber von Balance. Denn wir fallen alle immer wieder in alte Muster zurück. Der Unterschied ist: Heute erkenne ich sie schneller. Ich weiß, wie ich liebevoll mit mir umgehen kann. Und ich weiß, dass jede Erfahrung mich ein Stück weiter wachsen lässt.
Heute empfinde ich mein Leben als reich, nicht, weil ich alles erreicht habe, sondern weil ich mich selbst ein Stück weit gefunden habe und Freude habe, diesen Weg immer weiter zu gehen.
Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst und dir Begleitung auf deinem Weg wünschst, freue ich mich darauf, dich kennenzulernen.




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